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Medieninformation LAUSCHERGREIFEND live! #8 | 12. April 2010
Bilder der KomponistInnen und InterpretInnen
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(Österreichische Erstaufführung)
Manuela Kerer, geb. 1980 in Brixen (Südtirol), beendete 2007 das Kompositionsstudium bei M. Lichtfuß am Tiroler Landeskonservatorium, 2004 das IGP- Studium Violine sowie das Studium der Rechtswissenschaften und 2005 das Psychologiestudium an der Universität Innsbruck. Weiterführende Kompositionsstudien bei Alessandro Solbiati (Mailand), zahlreiche Meisterkurse und Workshops, z.B. Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt 2008. Kerer ist Stipendiatin der Akademie „avantgarde tirol“ 2007, hat 2007 das „Höchstbegabtenstipendium“ des Rotary Club Innsbruck und 2008 das österreichische Staatsstipendium für Komposition verliehen bekommen. Kompositionsstipendium der Stadt Innsbruck 2008, Stipendiatin der Richard Wagner Stiftung Innsbruck/ Bozen 2009. Im Rahmen des Europäischen Jahres der Kreativität und Innovation 2009 wurde Manuela Kerer vom Ausschuss der Europaregionen als eines von europaweit 100 „young creative talents“ ausgewählt. Preis und Kurzopernauftrag des Festivals „A•Devantgarde“ München 2009, „Walther von der Vogelweide- Preis“ 2009.
Manuela Kerer schreibt hauptsächlich Musik, aber derzeit auch an ihren Dissertationen (PhD) mit Forschungsschwerpunkt „Das musikalische Gedächtnis bei Patienten mit leichter Demenzerkrankung“ an der Psychiatrie Innsbruck und zum Thema „Die Entwicklung der Rechte der KomponistInnen in Österreich von 1800-1900“ an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Innsbruck.
Kompositionen u.a. für Klangspuren Schwaz, Stadler- Trio Salzburg, Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck (u.a. Vertonung von 7 Gesetzen des italienischen Strafgesetzbuches, Akustische Inszenierung des Ferdinandeums als Gebäude: „son moussant“- CD); „die reihe“; Ensemble Windkraft („Aurimi“ für 69 Bläser und 11 Perkussionisten); Oper „Rasura“, Libretto von Kurt Lanthaler; Hausoper „Die Prozession der Käfer“ (Aufführungen in Privatwohnungen); „sterntropfen“ für Solocello (Julius Berger) und Chor, Kurzoper „tickende polli“.
Zahlreiche Werke für Kinder (u.a. Jugendwettbewerb „prima la musica“), „Hörspaziergänge“ im Auftrag des Kindermuseums München, Klangspuren Schwaz.
Über das Werk:
ENNUI bezeichnet in der neueren Philosophiegeschichte das Gefühl der Langeweile. Langeweile bezeichnet in ihrer Grundbedeutung das Gefühl, dass die Zeit ungewöhnlich langsam vergeht, hervorgerufen durch völlige Untätigkeit und fehlende Ablenkung. Man kann dabei nach Martin Heidegger von etwas gelangweilt werden, sich bei etwas langweilen oder die gänzlich anonyme Langeweile erleben. Er nennt in diesem Zusammenhang die „Abgründe des Daseins“. Diese subjektive Wahrnehmung führt häufig zu Empfindungen der Unlust und daher ist der Zustand der Langeweile meist negativ besetzt. In der Philosophie des Existentialismus bedeutet die Langeweile aber einen Grundzustand der menschlichen Existenz. Die existenzielle Langeweile wirft Sinnfragen auf. Manuela Kerer setzt sich in „ennui“ musikalisch mit dem Begriff der Langeweile auseinander. Die Musik stellt dabei Fragen wie: Was ist eine negativ empfundene Zeitspanne? Was bedeuten Begriffe wie Ohnmacht, Leere, Unzulänglichkeit, ein Gefühl des Nichts, Substanzlosigkeit, mit denen Schopenhauer, Nietzsche, Kracauer oder Leopardi Langeweile beschrieben? Was ist eine leere Zeit? In der Musik ist die Zeitkomponente ein ausschlaggebender Faktor. Damit etwas leer sei, muss es vorher voll gewesen sein. Wir alle sind ständig damit beschäftigt, Zeit zu füllen. Manuela Kerer legt „ennui“ gewissermaßen in ein Korsett der Zeit um dieses anschließend zu öffnen, aufzuweichen, zu verlagern und zu verändern. Auch zu viel kann oft langweilig sein. Außerdem passiert im Leben nur scheinbar nichts.
Johannes Kretz - Komponist
“mellow tints” für Ensemble und Elektronik

(c) Lukas Beck
Geb. 1968 in Wien • Studium Komposition an der Wiener Musikhochschule (bei F. Burt und M. Jarrell), weiters Musikerziehung, dazu Mathematik an der Universität Wien • 1992-93 Studien (Computermusik) am IRCAM, Paris u.a. bei Marco Stroppa und Brian Ferneyhough • 1994-2003 Assistent/Professor für Computermusik beim Internationalen Bartok-Seminar in Szombathely (H) • 1996-2001 Lehrer für Tonsatz und Komposition am Konservatorium der Stadt Wien • Seit 1997: Lehrer für Computermusik an der Musikuniversität Wien, seit 2001 auch Musiktheorie, seit 2004 auch Komposition, seit 2009: Privatdozent für Komposition (Habiliation) • Seit 2008: Leiter des Zentrums für innovative Musiktechnologie (ZiMT) an der Musikuniversität Wien • Gründungsmitglied des NewTonEnsmble Wien und der internationalen Komponistengruppe PRISMA, sowie von ikultur.com
Stipendien und Preise: u.a. Österr. Staatsstipendium 1997, Stiftung Delz (CH, 2001), Theodor Körner Preis 2004 • Aufträge: u.a. Konzerthaus Wien, Klangforum Wien, Ensemble On Line, Vienna Flautists, quartett22, Lemgoer Orgeltage, Haller Bachtage, Triton Trombone Quartett, Wiener Kammerchor
Aufführungen: in Österreich, Deutschland, Frankreich, Ungarn, Tschechei, Litauen, Polen, Türkei, Südkorea, China, Taiwan, Kanada, Mexico und Argentinien.
Über das Werk:
Die Klangwelt des Werkes konstituiert sich aus dem Zusammenwirken der Möglichkeiten von vier Instrumenten, (die elektronisch verstärkt, verfremdet und auf vielerlei Weisen in den Raum projiziert werden), ergänzt durch synthetisches, mittels Computer erzeugtes Klangmaterial. Ein Kontinuum von Farben, Akkorden und Tonbewegungen wird angestrebt, ein geschmeidiges Navigieren auf dem Gebiet der Klangfarbe.
Die synthetischen Klänge wurden mit der vom Komponisten entwickelten Software KLANGPILOT hergestellt. Aufgrund der Akkordfolgen, die für die Instrumente komponiert wurden, kann KLANGPILOT synthetische Klanggebilde erstellen, die den Akkorden entsprechende Frequenzen als grundlegende Obertöne aufweisen, und in ihren tausenden zusätzlichen Obertönen diese Grundfrequenzen unterstützen. Dieses Klangmaterial hilft, die Klänge der Instrumente in Farben umzuschmelzen.
Der Titel der Komposition bezieht sich u.a. auf die Überzeugung des Komponisten, dass sich unsere Geisteswelt in kleinen unaufhaltsamen Schritten langfristig auf ein neues Zeitalter, eine neue Kulturepoche zubewegt. Eine Zeit, in der man das Phänomen menschlichen Denkens ganzheitlich und mehrdimensional zu begreifen imstande sein wird, in der man weitreichende, verzweigte Zusammenhänge in ungeahnter Klarheit erfassen können wird, und: in der Musik wieder gleichermaßen fasslich und vielschichtig, schlicht und reichhaltig sein kann.
Erste Spuren solcher Tonordnungen versucht dieses Stück einzufangen. Dabei wird das gesamte Tonmaterial um einen cantus firmus (eine Art musikalischen genetischen Code) so zentriert, dass die kommenden Töne schon aus den gegenwärtigen erahnt werden können. Die Musik erfährt ihre Tonbewegungen aus der eigenen kommenden Zeit.
Mehr Informationen: www.johanneskretz.com
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ensemble xxj - Leitung Peter Burwik
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(c) exxj.
Das ensemble xx. jahrhundert wurde 1971 von Peter Burwik gegründet. Das Solisten-Ensemble formiert sich aus ersten Mitgliedern der großen Wiener Orchester und freischaffenden Instrumentalisten. Sein Ziel ist es, die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts bekannt zu machen und das Gegenwartsschaffen zu fördern. Unter diesem Aspekt wurden und werden zahlreiche Kompositionsaufträge an in- und ausländische Komponisten vergeben. Mehr Informationen: www.exxj.com
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Mirjam Jessa - Moderation
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(c) ORF/Jessa
Frau Jessa studierte an der Universität Wien (Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie und besuchte sie die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst “Mozarteum” Salzburg, wo sie Schauspiel (Diplom) und Regie belegte. Seit 1990 ist Mirjam Jessa beim ORF-Radio tätig - beim Hitradio Ö3, Blue Danube Radio und vor allem Ö1 als Redakteurin, Gestalterin, Moderatorin, Producerin in den Bereichen Musik, Kultur, Literatur, Theater, Wissenschaft und Bildung und Religion. 2001-2002 gestaltete sie auch Beiträge für das ORF-Fernsehen/„Treffpunkt Kultur“.
Neben ihren Tätigkeiten für den ORF hatte Jessa einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste/Universität Wien (1999 – 2002), arbeitete als Freie Journalistin für verschiedene Printmedien (Falter, Presse), sowie als Kuratorin (2000 -2001: Konzertzyklus ‚Fremde Welten‘ der Jeunesse Musicale, 2002-2004 ‚Neue Musik in neuen Räumen‘ für die FA Funder, St.Veit a.d.Glan). In Ö1 moderiert sie derzeit “Ö1 bis 2″ und “Spielräume”.
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Über den Österreichischen Komponistenbund
Neue Impulse für das Musikschaffen Österreichs - der Österreichische Komponistenbund ist offizielle Interessenvertretung, Ohr und Sprachrohr der Komponistinnen und Komponisten in Österreich. Die Förderung, Verbreitung und Zukunft der zeitgenössischen Musik in allen Genres sind unsere Ziele und Aufgaben. Der ÖKB ist auch Initiator von musikalisch-künstlerischen Projekten, von Konzerten, CD- und Video-Produktionen über Wettbewerbe, Ausschreibungen und Seminaren bis hin zu internationalen Kongressen und Austauschprojekten.
Mehr Informationen: www.komponistenbund.at




